Stolpersteine in Kaiserslautern

Stolperstein-Initiative

Lydia Herze, geb. Horn

Geboren am 29. März 1912 in Kusel
Gestorben am 16. August 1962 in Kaiserslautern

Lydia wurde am 29.3.1912 als Tochter von Michael Horn und Katharina, geb. Klingel in Kusel geboren und war katholisch. Die Familie zog am 7.5.1928 aus Gimmeldingen nach Kaiserslautern in die Kellerstr. 9.

Wann die Familie in die Wohnung am Marienplatz 4 umzog und wann der Vater Michael Horn starb, ist unklar, jedoch war Jakob Herze dort als wohnhaft bei Familie Horn seit 6. Januar 1931 gemeldet. Lydia Horn und Jakob Herze heirateten am 6. Juni 1931; die älteste Tochter Hedwig wurde am 31. Januar 1931 geboren. Nach der Geburt der zweiten Tochter Hannelore (19.7.1933) zog die Familie am 10. April 1934 zu Jakobs Eltern in die Luitpoldstr. 71 und mit ihnen am 5.5.1937 in die Klosterstraße 21. Zuletzt gemeldet war die Familie von Jakob und Lydia Herze ab 18.12.1939 in der Gaustr. 3.

Die dritte Tochter Anna Helene (geb. am 5.12.1935) starb am 3. Juni 1939. Drei Wochen danach wurde die jüngste Tochter Ruth am 30.Juni 1939 geboren.

Der mehrmaligen Aufforderung von Seiten offizieller Stellen, sich von ihrem jüdischen Mann loszusagen, kam Lydia Herze nicht nach. Sie wurde zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern am 22.10.1940 nach Gurs deportiert.

Da Lydia Herze katholisch getauft worden war, wurde sie aus Gurs nach Kaiserslautern zurückgeschickt, wo sie zur Zwangsarbeit verpflichtet wurde und von 5. Februar 1943 bis 7. Oktober 1944 in der Kellerstraße 9, bei ihrer Mutter lebte. Zwischen Oktober 1944 und Juli 1945 lebte sie in Hamburg-Altona, kehrte dann zurück nach Kaiserslautern, wo sie zunächst in der Sängerstr. 2 und schließlich in der Alberichsbergstr. 14 lebte.

Nur zweieinhalb Jahre, nachdem sie am 29.3.1960 Kurt Nagel geheiratet hatte, verstarb Lydia am 16.8.1992 in Kaiserslautern.

Verwendete Quellen:

A) Unterlagen im Stadtarchiv Kaiserslautern:
- Familien-Einwohner-Register Jakob Herze
- Personenstandsregister Lydia Herze, geb. Horn

B) Im Internet:
www.statistik-des-holocaust.de (Deportationslisten; Februar 2014)
www.gurs.free.fr (Gefangenenlisten; Februar 2014)
www.ushmm.org (Holocaust Survivors and Victims Database; Februar 2014)
www.collections.ushmm.org (Photoarchiv)
www.yadvashem.org (Datenblätter)
www.essweiler.de (Homepage der Gemeinde Eßweiler mit zahlreichen detaillierten Angaben zur Geschichte der jüdischen Gemeinde)

C) Bücher/Artikel:
- Paquet, Alfred: Ortsfamilienbuch „Die Familien der Gemeinde Eßweiler seit 1798“. Familien- und Personenbericht. Digitalfassung (freundlicherweise vom Autor in digitaler Fassung – Auszüge – zur Verfügung gestellt)
- Paul, Roland: Interview mit Erich Herze 1994, unveröffentlicht (freundlicherweise von R. Paul zur Verfügung gestellt)
- Paul, Roland: Die nach Gurs deportierten pfälzischen Juden. Eine Dokumentation. Kaiserslautern 2011, S. 70 (auf CD-Rom)

D) Gespräche /E-mail:
- Gespräch mit Frau Anita Jörg, geb. Herze, am 12.3.2014 in Kaiserslautern-Mölschbach
- E-Mail-Korrespondenz mit Herrn Dieter Hahn, Eßweiler (02-03 2014)
- E-Mail-Korrespondenz mit Herrn Adolf Paquet, Eßweiler (02-03 2014)

E) Bildnachweis:
- Hedwig und Hannelore Herze, Privatbesitz Frau Anita Jörg, geb. Herze (freundlicherweise zur Verfügung gestellt)
- Gruppenbild mit Kindern im Kinderheim Aspet (Hedwig Herze, vordere Reihe, 6. von rechts): http://digitalassets.ushmm.org/photoarchives/detail.aspx?id=27744 (15.3.2014)
- Gruppenbild mit spielenden Kindern im Kinderheim Aspet (Hedwig Herze: rechter Bildrand): http://digitalassets.ushmm.org/photoarchives/detail.aspx?id=1168920 (15.3.2014)
- Archiv-Bild Hedi Herze: http://collections1.yadvashem.org/arch_srika/500-1000/500-1000/926_21A.jpg (15.3.2014)

Zusammengestellt von
Dr. theol. Doris Lax
Geisenbergstr. 26
66892 Bruchmühlbach