Stolpersteine in Kaiserslautern

Stolperstein-Initiative

Ruth Herze

Geboren am 30. Juni 1939 in Kaiserslautern

Gestorben 2008 in Frankreich

Ruth Herze wurde am 29. Juni 1939 als jüngste von vier Töchtern von Jakob und Lydia Herze geboren. Nur drei Wochen vor ihrer Geburt war ihre 1935 geborene Schwester Anna Helene gestorben.

Sie wurde zusammen mit ihren beiden älteren Schwestern, ihren Eltern und jüdischen Großeltern Herze am 22.10.1940 nach Gurs deportiert.

Ihre 7-jährige Schwester Hannelore starb nach wenigen Wochen im Lager Gurs. Ihre älteste Schwester Hedwig wurde im Februar 1941 von der OSE in ein Kinderheim nach Aspet gebracht, während die eineinhalbjährige Ruth von Blanche Raphael, Kinderkrankenschwester und Résistance-Akitvistin, in ein Kinderheim nach Limoges gebracht wurde. Sie blieb dort, offenbar ohne Wissen ihrer Mutter, bis Blanche Raphael und ihr Mann Max Teichert sie zu sich in ihr Heim in Phalsbourg bei Saverne holten und als ihre Adoptivtochter großzogen.

Ruth wusste lange Zeit nichts über ihre Herkunft und über die Tatsache, dass sowohl ihre Mutter als auch ihre Schwester noch lebten. Erich Herze, der jüngste Bruder ihres Vaters Jakob, fand sie schließlich und nahm mit ihr Kontakt auf. Durch Erich Herze vermittelt reiste ihre Mutter Lydia schließlich um 1950 nach Phalsbourg, um ihre jüngste Tochter zu sich zu holen. Dies wurde allerdings von den Pflegeeltern vereitelt.

Das Verhältnis zwischen Ruth Herze und ihrer leiblichen Mutter blieb schwierig, hingegen hatte sie guten Kontakt zu ihrer älteren Schester Hedi und ihrem Onkel Erich, den sie mehrmals in Malmö, Schweden, wohin er 1939 geflüchtet war, besuchte. Um 1960 zog Ruth nach Nimes und erlernte den Beruf der Kinderkrankenschwester. Sie zog dann nach Boulogne bei Paris und später dann nach Cagnes-sur-Mer bei Nizza, wo sie 2008 starb.

Verwendete Quellen:

A) Unterlagen im Stadtarchiv Kaiserslautern:
- Familien-Einwohner-Register Jakob Herze
- Personenstandsregister Lydia Herze, geb. Horn

B) Im Internet:
www.statistik-des-holocaust.de (Deportationslisten; Februar 2014)
www.gurs.free.fr (Gefangenenlisten; Februar 2014)
www.ushmm.org (Holocaust Survivors and Victims Database; Februar 2014)
www.collections.ushmm.org (Photoarchiv)
www.yadvashem.org (Datenblätter)
www.essweiler.de (Homepage der Gemeinde Eßweiler mit zahlreichen detaillierten Angaben zur Geschichte der jüdischen Gemeinde)

C) Bücher/Artikel:
- Paquet, Alfred: Ortsfamilienbuch „Die Familien der Gemeinde Eßweiler seit 1798“. Familien- und Personenbericht. Digitalfassung (freundlicherweise vom Autor in digitaler Fassung – Auszüge – zur Verfügung gestellt)
- Paul, Roland: Interview mit Erich Herze 1994, unveröffentlicht (freundlicherweise von R. Paul zur Verfügung gestellt)
- Paul, Roland: Die nach Gurs deportierten pfälzischen Juden. Eine Dokumentation. Kaiserslautern 2011, S. 70 (auf CD-Rom)

D) Gespräche /E-mail:
- Gespräch mit Frau Anita Jörg, geb. Herze, am 12.3.2014 in Kaiserslautern-Mölschbach
- E-Mail-Korrespondenz mit Herrn Dieter Hahn, Eßweiler (02-03 2014)
- E-Mail-Korrespondenz mit Herrn Adolf Paquet, Eßweiler (02-03 2014)

E) Bildnachweis:
- Hedwig und Hannelore Herze, Privatbesitz Frau Anita Jörg, geb. Herze (freundlicherweise zur Verfügung gestellt)
- Gruppenbild mit Kindern im Kinderheim Aspet (Hedwig Herze, vordere Reihe, 6. von rechts): http://digitalassets.ushmm.org/photoarchives/detail.aspx?id=27744 (15.3.2014)
- Gruppenbild mit spielenden Kindern im Kinderheim Aspet (Hedwig Herze: rechter Bildrand): http://digitalassets.ushmm.org/photoarchives/detail.aspx?id=1168920 (15.3.2014)
- Archiv-Bild Hedi Herze: http://collections1.yadvashem.org/arch_srika/500-1000/500-1000/926_21A.jpg (15.3.2014)

Zusammengestellt von
Dr. theol. Doris Lax
Geisenbergstr. 26
66892 Bruchmühlbach