Stolpersteine in Kaiserslautern

Stolperstein-Initiative

Familie Max Jakob, Pirmasenser Straße 20

Max Jakob, geboren am 18.9.1891 in Saarbrücken, war verheiratet mit Johanna Isaak, geb. 12.3.1890 in Köln. Das Ehepaar hatte die Kinder Erich Werner, geb. 30.8.1921 in Kaiserslautern, und Hannelore Rosa, geb. 16.3.1926 in Kaiserslautern.

Max Jakob war Kaufmann und betrieb einen offenbar florierenden Handel mit Alteisen und Lumpen, Metallen, gebrauchten Maschinen und Rohprodukten. Das Firmenlager befand sich in der Kaiserstraße 42

Die Familie wohnte in der Pirmasener Straße 20 (heute Schuhhaus Clemenz). Nach der Pogromnacht im November 1938 verwüsteten SA-Männer die Wohnung, misshandelten Max Jakob und demütigten ihn.

Im Dezember 1938 verzog die Familie Jakob von Kaiserslautern nach Köln und wurde von dort 1942 nach Lodz/Polen deportiert, wo alle vier dem Holocaust zum Opfer fielen. Die Kinder wurden 21 und 16 Jahre alt.

Max Jakob war im FCK in vielfacher Hinsicht aktiv. Bei den Leichtathletischen Jubiläumskämpfen1925 war er Zielrichter, 1928 war er in der Seniorenstaffel der Stadtstaffel Kaiserslautern vertreten und beim Jugendwettkampf auf dem Betzenberg 1928 als Kampfrichter eingeteilt . In allen Ausgaben der FVK-Vereinszeitschrift schaltete er Anzeigen. Gerne steckte er den Vereinsjugendlichen Geld zu, damit sie sich eine warme Mahlzeit leisten konnten. Diese Aktivitäten zeigen, dass Max Jakob ein gut integriertes Mitglied des FCK war und sich als beliebter Mäzen Verdienste für den Verein erworben hatte. Dennoch bewahrte ihn diese Tatsache nicht vor Verfolgung und Demütigung. Als seine Wohnung im Zuge der Pogromnacht zerstört wurde, machte der Onkel des Hausbesitzers Otto Clemenz Bilder der Verwüstung, die heute in der Familie noch vorhanden sind. Sie zeigen, mit welcher Gründlichkeit man das Werk der Zerstörung anging.

Die Diele:



Das Wohnzimmer:







Das Schlafzimmer:








Die Küche:



Das Bad:



Recherche:

Stephan Clemenz, Pirmasenserstraße 20, Kaiserslautern

Quellen:

Informationen von Roland Paul, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern

Erzählungen von Zeitzeugen aus der Familie, u.a. Otto Clemenz, der als Sechsjähriger die Zerstörung der Wohnung miterlebte.

Markwart Herzog, Der "Betze" unterm Hakenkreuz, Göttingen 2006, S. 43ff

Bilder: Franz Clemenz, heute im Besitz der Familie Clemenz

Festschrift "25 Jahre TWK"

Vereinszeitung des Fußballvereins Kaiserslautern, 1. Jg. Nr. 2 vom 1.10.1927