Recherche: Roland Paul und Michael Wiesheu
Der 2023 verstorbene Historiker Roland Paul erstellte eine Kurzbiografie der Familie Strauß, die er bei der Gedenkfeier im Februar 2020 zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Realschule plus Weilerbach – Westpfalzschule vortrug. Michael Wiesheu ergänzte sie 2023 und 2026 durch weitere Bilder und Lebensdaten, die freundlicherweise von Barbara Falk-Sabbeth, der Tochter von Margarethe Strauß, geborene Falk, bereitgestellt wurden. Zahlreiche Informationen zu den Geschwistern von Theodor Strauß stellte der aus Kindenheim stammende Familienforscher Ulrich Esselborn zur Verfügung, der auch Informationen von Ryan Strauß, dem Enkel von Kurt Strauß, zur Verfügung gestellt bekam.
Am 5. Februar 2020 wurden in der Kaiserslauterer Eisenbahnstraße 6 (die damalige Haus Nr. 4 c) für Theodor Strauß, seine Frau Toni Bertha, geborene Eschwege, Sohn Hans, Sohn Kurt und Tochter Margarethe fünf Stolpersteine verlegt.
Moses Strauß, der Stammvater der Familie, wurde am 2. August 1831 in Kindenheim geboren und starb am 15. April 1910 in Kaiserslautern, wo sich auf dem jüdischen Friedhof noch heute sein Grab befindet. Er war verheiratet mit Johanna Klein, geboren am 8.11.1838 in Essingen. Mit dem Sohn Theodor und weiteren Kindern zogen sie 1880 nach Kaiserslautern und gründeten ein Bekleidungsgeschäft. Wahrscheinlich waren Theodor und Bertha die Erbauer des vierstöckigen Geschäftshauses in der Eisenbahnstr. 4c, in dem sie ab 21.9.1901 auch mit Wohnsitz gemeldet war. Firma Strauß wurde für ihre elegante Damenmode in weiten Teilen der Pfalz bekannt.

rechts neben Zigarrengeschäft Neumann, das Textilhaus der Eheleute Strauß.

Undatiertes Foto (Ausschnitt): Barbara Falk Sabbeth, New York
Im Jahr 1933 begann für sie mit der nationalsozialistischen Verfolgung eine große Leidenszeit. Theodor und Bertha Strauß wurden am 07.Juli 1942 nach Theresienstadt verschleppt und 2 Monate später von dort in das Konzentrationslager Treblinka deportiert, wo sie ermordet wurden.
Ihre 3 Kinder Hans, Kurt und Margarethe überlebten. Sie konnten sich durch Emigration in die USA retten.

Foto (undatiert): Barbara Falk Sabbeth, New York
Hans Strauß (Rechtsanwalt) und Margarethe Falk, geb. Strauß konnten, gemeinsam mit deren Ehemann Wilhelm Falk und der in Berlin geborenen Tochter Eva Falk, in die USA auswandern.
Kurt Strauß hatte im Mai 1939 erfolglos versucht, nach Kuba zu emigrieren, wurde im Mai 1940 in Belgien festgenommen und in Frankreich interniert. Er konnte aus dem Lager entkommen und gelangte 1941 über Lissabon in die USA.
Theodor Strauß‘ Enkelin Barbara Sabbeth, geborene Strauß, lebte im Jahr der Verlegung der Stolpersteine in New York City und war dort als Psychologin tätig.
Weitere Informationen zur Familie von Theodor Strauß:
Theodor Strauß wurde am 16. März 1865 in Kindenheim (Landkreis Dürkheim) geboren und heiratete die am12. Oktober 1878 in Fulda geborene Bertha Eschwege. Bertha stammt aus einer Familie, die seit dem 15. Jahrhundert in Fulda ansässig war und in Fulda auch ein Bekleidungsgeschäft betrieb. Sie hatte vier Geschwister, wovon einer im Ersten Weltkrieg gefallen und eine Schwester 1934 in Marburg verstorben ist. Berthas Bruder Leopold wurde im September 1942 zunächst nach Theresienstadt deportiert und im Oktober 1944 in Auschwitz ermordet. Ihr Bruder Jakob Paul war der einzige Überlebende [1a].
Theodors Vater Moses Strauß hatte zusammen mit seiner Frau Johanna, geborene Klein, neun Kinder, die alle in Kindenheim geboren wurden. Sieben Kinder erreichten das Erwachsenenalter. [1] .

Stadtarchiv Kaiserslautern
Bereits1884 eröffnete Moses Strauß ein Textilgeschäft in der Klosterstraße in Kaiserslautern. Später übernahm Theodor Strauß das Geschäft seines Vaters unter dem Namen „Manufaktur- und Konfektionsgeschäft Theodor Strauß GmbH“. Auch seine Schwester Frieda Strauß arbeitete im Laden mit [2]. Friederike, genannt Frieda, hatte 1894 in Kaiserslautern Moritz Ehrlich geheiratet. (Weiteres zu den sechs Geschwistern Theodors, von denen mehrere zeitweise in Kaiserslautern wohnten, siehe unten)
Ab 1905/1906 befand sich ihr Wäschegeschäft in dem stattlichen Haus in der Eisenbahnstraße 4c, welches 1944 bei einem der schweren Bombenangriffe auf Kaiserslautern völlig zerstört wurde [3]. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 bekam das Kaufhaus immer mehr Probleme, letztendlich musste das Ehepaar Strauß Kaiserslautern verlassen.

Foto aus: Fallot-Burghardt Willi, Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in Kaiserslautern im Frühjahr 1933, in: Jahrbuch zur Geschichte von Stadt und Landkreis Kaiserslautern, Band 34/35, 1998, S.201
Im Oktober 1937 zogen sie nach Berlin. Die Kinder von Bertha und Theodor Strauß emigrierten. Ihre Eltern wollten Deutschland nicht verlassen. Das Geschäft wurde von Johanna Zachares übernommen, die schon seit 1896 bei Theodor Strauß gearbeitet hatte und die 1896 eine Lehre im Geschäft von Theodor Strauss begonnen hatte und zur leitenden Angestellten aufgestiegen war. Zwischen ihr und dem Inhaber sowie dessen Familie bestand, – so eindeutige schriftliche Zeugnisse aus überlieferten Briefen -, ein enges Vertrauensverhältnis. Frau Zachares hielt Kontakt zu Theodor und Bertha und und wollte sie im Juli 1942 in Berlin besuchen. Doch dazu kam es nicht mehr. „Am 5. Juli 1942 telefonierte ich meiner Schwester, sie möchte mich bei Familie Strauß für 8 Tage später anmelden. Da bekam ich von Herrn Strauß den traurigen Bescheid, daß sie Montags den 7. Juli um 6 Uhr weg müßten.“ [3a].
Hans Strauß, geboren am 23. August 1902 in Kaiserslautern, studierte Jura an verschiedenen deutschen Universitäten und lebte in Köln und Gelsenkirchen, bis die Nationalsozialisten seine Berufsausübung 1933 jäh unterbanden. „Hans Strauss … war Rechtsanwalt in Köln, wurde aber 1933 als Jude aus dem Anwaltsberuf ausgeschlossen. Er übernahm die Leitung eines von Theodor Strauß und der Erbin von Frau Frieda Ehrlich neu erworbenen Unternehmens in Gelsenkirchen. Als das Geschäft infolge des Boykotts zu sinken begann, wurde es liquidiert.“ [4].
Mit seiner Ehefrau Ilse Bukofzer, geboren am 12. Oktober 1907 in Oldenburg, emigrierte er im Juni 1938 in die USA und wohnte in New York City [5]. Nach dem Krieg kehrte er nach Deutschland zurück (September 1947) und arbeitete in Frankfurt am Main [6]. In dieser Zeit habe er Johanna Zachares geholfen, das Bekleidungsgeschäft wieder aufzubauen: „Das Geschäftshaus Eisenbahnstraße 4c wurde wieder aufgebaut. … Zur Seite stand Johanna Zachares Hans Strauß, Rechtsanwalt und bei der amerikanischen Militärregierung in Frankfurt/Main tätig“ [7]. Doch scheint er wieder in die USA zurückgekehrt zu sein. Schon Am10.3.1955 verstarb er inNew York City [8].
Margarethe Strauß, geboren am 19. Januar 1906 in Kaiserslautern war verheiratet (Hochzeit in Kaiserslautern am 22.5.1932) mit dem am 23.8.1906 in Kaiserslautern geborenen Wilhelm Wolf Falk, gestorben am 15. August 1990 in New York City. [9], [10].
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Margarethe arbeitete vor ihrer Heirat in der Sozialarbeit und später im elterlichen Betrieb. Nach der Heirat und der Niederlassung in Berlin 1932 war sie nicht mehr beschäftigt. (Quelle: Ryan Strauss)
Am 15. März 1933, kam ihre Tochter Eva Falk in Berlin-Charlottenburg zur Welt. Wilhelm Falk betrieb seit 1930 eine Großagentur für Weine, Spirituosen und Fruchtsäfte. Die Firma wurde 1940 liquidiert. Im Juni 1938 wurde er verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Nachdem die Falks am 27. Oktober 1938 auf dem Amerikanischen Konsulat in Berlin Einwanderungsvisa bekommen hatten, emigrierten sie am 10. November 1938 via Niederlande (Grenzübergangsstelle Bentheim) mit ihrer 5-jährigen Tochter Eva in die USA. Sie ließen sich in New York nieder. Im Dezember 1944 erhielt Margarete Falk die US -amerikanische Staatsbürgerschaft und nannte sich fortan Margaret. Wilhelm Falk änderte seinen Vornamen in William ab. 1949 kam ihre Tochter Barbara Falk zur Welt. William Falk starb am 15. August 1990 in Berlin. Margaret Falk starb fünf Jahre später am 8. Mai 1995. [11]. Ihre Tochter Eva, verheiratete Haberman, hatte zwei Söhne und starb 2015.
Kurt Strauß, geboren am 20. Juni 1907 in Kaiserslautern, hatte sich auf dem Luxus-Liner St. Louis eingeschifft, auf dem sich etwa 1000 jüdische Emigranten befanden und der am 13. Mai 1939 mit dem Ziel Kuba aufbrach. Doch die kubanische Regierung erkannte ihre Touristenvisa nicht an und erteilte keine Anlegeerlaubnis. Auch Versuche in den USA und Kanada anzulegen, scheiterten trotz starker Bemühungen des Kapitäns und jüdischer Organisationen. So musste das Schiff mit den Passagieren nach Europa zurückkehren. [12] Ryan Strauß schrieb dazu:
„Als Jude verließ er Deutschland im Mai 1939 mit dem unglücklichen Dampfer „ST. LOUIS“ mit einem Einwanderungsvisum nach Kuba. Damals weigerte sich Kuba, über 1000 Juden auf der „St. Louis“ aufzunehmen. Das Schiff fuhr dann zurück nach Europa, und die Juden auf dem Dampfer wurden nach einer bestimmten Vereinbarung auf verschiedene europäische Länder verteilt. Die Verfolgten kamen dann nach Belgien. Dort wurde er im Mai 1940 verhaftet und von Belgien in das Lager St. Cyprien in Frankreich deportiert. Er blieb bis September 1940 in diesem Lager und flüchtete heimlich daraus. Danach lebte er verborgen in der Nähe von Juan Les Pins in Frankreich, immer in der Angst, verhaftet und deportiert zu werden. Am 14. Juni 1941 gelang ihm die Emigration über Lissabon in die USA.“ [13]

In der Aufarbeitung erregte das Schicksal der „St. Louis“ viel Aufmerksamkeit, was zu posthumen Entschuldigungen der damals abweisenden Länder führte (USA 2012, Kanada 2018). Im Hamburger Hafen befindet sich eine Gedenktafel, welche die „Irrfahrt“ der St. Louis beschreibt und an die Opfer erinnert.
Kurt Strauß rettete sich mit Not im Juni 1941 zu seinem Bruder Hans nach New York. Im April 1948 heiratete er Marianne Lori Fischer, geb. am 16. August 1927 in Breslau. Am 28. Mai 1949 wurde in New York ihre Tochter Linda Strauss geboren [15]. Die Familie lebte 1950 in New York City.
Von Berlin nach Theresienstadt und ins Vernichtungslager Treblinka
Von Theodor und Bertha Strauß erhielten ihre Kinder und Enkelkinder kein Lebenszeichen mehr. Im Gedenkbuch des Bundearchiv für die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ist für sie vermerkt: „Deportation ab Berlin; 8. Juli 1942, Theresienstadt, Ghetto; 19. September 1942, Treblinka, Vernichtungslager.“ Seither fehlt von ihnen jede Spur.
Weitere Informationen zu den sechs Geschwistern von Theodor Strauß und ihren Familien:

Neben Theodor erreichten 6 Kinder von Moses und Johanna Strauß das Erwachsenenalter:
Rosa Insel, geborene Strauss, geboren am 11.05.1867 verheiratete sich am 27.01.1891 in Kaiserslautern mit Emil Elias Insel. Rosa Insel soll am 08.06.1947 in Palästina verstorben sein. Demnach müsste sie spätestens zu Beginn der 40er-Jahre nach Palästina gelangt sein. Ihr Mann ist am 05.12.1909 in Metz (damals zum Deutschen Reich gehörig) gestorben. Ihre 1894 in Metz geborene Tochter Else Scheuer, geborene Insel war Theaterrezensentin, Vorstandsmitglied der Trierer Ortsgruppe der „Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit“, Mitbegründerin der AWO Trier, – eine der ersten Frauenrechtlerinnen. Sie wanderte 1933 nach Palästina aus und starb in Israel 1967. [16]
Friederike (Frieda) Ehrlich wurde am 5.10.1869 geboren. Sie war Mitinhaberin der Geschäfte ihres Bruders Theodor. Ihr Ehemann Moritz Ehrlich starb früh. Sie starb 1932 in München, wohin sie wohl zu Anfang der 30er-Jahre (und vor 1933) gezogen war. Ihr Grab ist in München auf dem alten israelitischen Friedhof erhalten. Ihren Geschäfts-bzw. Grundstücksanteil hatte sie ihrer Tochter Elisabeth Gern, geborene Ehrlich in München vererbt. [17]
Elisabeth wurde am 29.12.1894 in Kaiserslautern geboren und zog 1915 nach München. Sie war von Beruf Heimleiterin. Ihr Ehepartner war Dr. jur. Artur Gern; Rechtsanwalt, geboren am 27.02.1884 in Ludwigshafen, gestorben am 25.11.1941 in Kaunas. Artur Gern war der Bruder von Therese Gern, die wiederum die Ehefrau von Dr. Heinrich Strauss, dem jüngsten Sohn von Moses Strauss und seiner Frau Johanna war.
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Sie hatten drei Söhne, von denen nur einer die NS-Zeit überlebte.
„Elisabeth Gern besuchte die Töchterschule Kaiserslautern, danach eine Kochschule in Heidelberg. Ihr Vater, Moritz Ehrlich, starb im Alter von 36 Jahren an Lungenentzündung. Ihre Mutter, Frieda Ehrlich, arbeitete im Damenkonfektionsgeschäfts ihres Bruders Theodor Strauss in Kaiserslautern. Spätestens ab 1920 war sie Mitinhaberin des Geschäfts. Als ihr Onkel, der Rechtsanwalt Heinrich Strauß Therese Gern heiratete, lernte sie ihren späteren Mann – der Bruder der Braut war – kennen. Mit ihrem Ehemann zusammen leitete sie von Januar 1940 bis zu ihrer Deportation das Israelitische Lehrlingsheim in der Hohenzollernstraße 4.“ [18]
Sie und ihr Ehemann wurden am 20.11.1941 aus München nach Kaunas deportiert und dort am 25.11.1941 ermordet.
Jakob Strauß, geboren am 6.7.1871 war, wie viele Mitglieder der Strauss-Familie Kaufmann. Seine erste Heirat war mit mit Betty Weil, geboren am 18.3. 1880 in Schmieheim/Baden. Die Ehe wurde geschieden. Er starb 1932 in Frankfurt. Seine Frau wohnte danach in Offenburg und wurde von dort 1940 nach Gurs deportiert. 1942 kam sie in das Vernichtungslager Auschwitz. Als Todestag wurde der 28.8.1942 angegeben. [19]
Sophie Strauß, geboren am 27.8.1873, gestorben am 27.12.1907.
Sie starb schon im Alter von 34 Jahren. Über ihr Leben ist nichts weiter bekannt geworden. [20]
Dr. Heinrich Strauss, geboren am 22.1.1876, war in Kaiserslautern aufgewachsen und ging dort auch zur Schule. Er „war Rechtsanwalt in Ludwigshafen. Im Oktober 1940 wurden er und seine Frau Therese [geborene Gern] nach Gurs deportiert. Heinrich Strauss starb am 9.2.1942 in Gurs, Therese Strauss wurde im August 1942 in Auschwitz ermordet.“ Er war fast 3 Jahrzehnte in Ludwigshafen als ein erfolgreicher und sehr angesehener Anwalt tätig. [21]

Foto: Yad Vashem

Am 24.6.2025 wurden für das Ehepaar Heinrich und Therese Strauß in Ludwigshafen Stolpersteine verlegt.

und ihre 3 Töchter Liselotte Shulamit Treidel, Ilse Rothschild und Eva Löw
Verlegt in Ludwigshafen 30.10.25
Foto Ulrich Esselborn
„Initiiert wurde die Stolpersteinverlegung durch Herrn Ulrich Esselborn, der in sehr umfangreichen Recherchen die Geschichte der Familie Strauß erforscht hat. Besonders eindrücklich war, dass Dr. Eldad Bahat-Treidel, ein Urenkel des Ehepaares Strauß, gemeinsam mit seinem Stiefsohn an der Zeremonie teilnahm.“ [22]
Auch für die drei Töchter der Eheleute Heinrich und Therese Strauß wurden in Ludwigshafen 2025 Stolpersteine gelegt: Liselotte *1917, Ilse *1920 und Eva *1922. Alle drei Töchter konnten auf ganz unterschiedlichen Wegen Nazi-Deutschland verlassen und entweder Palästina erreichen (Eva und Ilse) oder sich in Holland verstecken.
Flora Reilinger, geborene Strauß geboren am 3.8.1878.
Sie war verheiratet mit Simon Reilinger, geboren ca. 1869. Er starb schon am 16.4.1924 in Trier. Die Familie hatte zwei Töchter, die sich nach England bzw. in die USA retten konnten.
Ende September 1936 zog Flora nach Berlin. Es liegt nahe, dass sie nach Berlin zog, weil das Ehepaar Falk in Berlin wohnte und sie vermutete, in Berlin sicherer zu sein als in Kaiserslautern. Von Ende Januar 1939 bis zur Deportation im Oktober 1941 wohnte Flora im selben Haus wie ihr Bruder Theodor und ihre Schwägerin. Theo und seine Frau erhielten kurz vor der eigenen Deportation die Nachricht, dass Flora an einem Herzinfarkt verstorben sei: wahrscheinlich eine Lüge. Sie wurde im Oktober 1941 in das Lager Lodz (Litzmannstadt) und am 8.5.1942 in das Vernichtungslager Chelmno (Kulmhof) deportiert, wo sie starb. [23]
Referenzen
[1a] Mitteilung der Pressestelle der Stadt Fulda
[1] Genogramm der Familie bei „familysearch“: Theodor Strauss (1865–1942), Dina Toni Berta Eschwege (1878–1942) • Ansicht im Querformat • Familienstammbaum • FamilySearch
[2] Rinnert Melitta, Herr Karcher und Fräulein Benzino sowie weitere Kaiserslauterer Persönlichkeiten, 2017, S.48 u. 49
[3a] Falk/Strauß Sammlung im Jüdischen Museum Berlin, Brief von Johanna Zachares vom 10.5.1946 an die Kinder von Theodor und Berta Strauß
[4] s. „familysearch“: Kurt Strauss (1907–1969) • Person • Familienstammbaum • FamilySearch
[5] s. Anlage zum Familiengenogramm Hans Strauß bei familysearch: Hans Strauss, 245, 82d Congress, S. Res. 47 und S. Res. 120, S. 180 — FamilySearch.org
[6] Hans Strauss, 245, 82d Congress, S. Res. 47 und S. Res. 120, S. 180 — FamilySearch.org
[7] s. Rinnert Mellitta
[8] s. Familiengenogramm Hans Strauß bei „familysearch“
[9] s. „familysearch“: Wilhelm Wolf Falk (1906–1990) • Person • Familienstammbaum • FamilySearch
[10] Einwanderungsdokument siehe: New York, Southern District, U.S District Court Naturalization Records, 1824-1991; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:3QS7-L9HD-GX1R?cc=2060123&wc=M5PC-3T5%3A351595401
[11] Falk/Strauß Sammlung im Jüdischen Museum Berlin und
Schiffsliste bei „familysearch“: New York, New York Passenger and Crew Lists, 1909, 1925-1957; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33SQ-G5FL-T9N?cc=1923888&wc=MFKQ-738%3A1030082301
[12] Irrfahrt der St. Louis – Wikipedia
[13] Übersetzte Quelle übernommen von: familysearch: Kurt Strauss (1907–1969) • Person • Familienstammbaum • FamilySearch
[14] Irrfahrt der St. Louis – Wikipedia
[15] s. Einwanderungsdokument Marianne Strauß: Brooklyn. die Einbürgerungsurkunden 1946–1951 • FamilySearch
[16] Mitteilung von Ullrich Esselborn und Stattführer Trier im Nationalsozialismus, 3. Auflage, Trier 2005
[17] Mitteilung Ullrich Esselborn und Gedenkbuch der Münchner Juden: https://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=62
[18] Zitat und Daten https://gedenkbuch.muenchen.de/index.php?id=gedenkbuch_link&gid=62
[19] Ryan Strauß bei familysearch. –https://www.familysearch.org/de/tree/pedigree/landscape/9MGC-4JF
[20] Stadtarchiv Kaiserslautern
[21] Ryan Strauß bei familysearch; abweichende Daten bei Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V. – https://www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de/stolpersteine-fuer-therese-und-dr-heinrich-strauss/
[22] Geschwister-Scholl-Gymnasium Ludwigshafen – https://schollonline.de/index.php/aktivitaeten/sonstige/stolpersteinverlegung-fuer-dr-heinrich-strauss-und-ehefrau-theresia
[23] Ullrich Esselborn und Ryan Strauss




