Am 6. März 2026 verlegte die Stolperstein-Initiative gemeinsam mit der Grundschule Röhmschule die erste Stolperschwelle in Kaiserslautern. Hier einige Eindrücke von dem feierlichen Ereignis.
Alles ist perfekt vorbereitet für die feierliche Verlegung. Links Frank Freunscht, einer der beiden „Verleger“ mit seinen Werkzeugen, rechts Michael Wiesheu, der recherchiert hat, mit der Schulleiterin Annette Voll.Am Gebäude sieht man das Klassenbild mit den jüdischen Kindern und darunter eine Infotafel über die Röhmschule, die dauerhaft dort angebracht ist.Alexandra Maas (Akkordeon) und Michael Rick (Gitarre) sorgten für die musikalische Begleitung.Die Schwelle sitzt schon korrekt. Martin Steinkampf und Frank Freunscht bei der Arbeit.Die heutigen Kinder der Röhmschule lasen die Namen der jüdischen Kinder von damals vor.Die Kinder legten Blumen und Steine ab. Auf die Steine hatten sie wichtige Kinderrechte geschrieben, die den damaligen Kindern verwehrt wurden.Die verlegte Stolperschwelle mit dem Versprechen, dass die Röhmschule verfolgten Kindern immer Schutz bieten wird.
Anlässlich der Verlegung der Stolperschwelle vor der Röhmschule Kaiserslautern am 6. März 2026 hat die Stolperstein-Initiative eine Dokumentation veröffentlicht.
Darin werden die Kindheit, die Schulerlebnisse und das weitere Schicksal der jüdischen Kinder der Röhmschule in der Moltkestraße beschrieben. Einzelne der Schülerinnen und Schüler kommen dabei selbst zu Wort.
Die Biografien, die für die Verlegung von Stolpersteinen für sie und ihre Familien erstellt wurden, sind zugänglich. Auch einiges, was über die damaligen Lehrer bekannt ist, wird beschrieben.
Zum Gedenken an die Schülerinnen und Schüler und an die Lehrer der „jüdischen Sonderklasse“ (1936-1938) laden die Stolperstein-Initiative Kaiserslautern gemeinsam mit der Grundschule Röhmschule herzlich zur feierlichen Verlegung der ersten Stolperschwelle der Stadt Kaiserslautern ein.
Mit der Stolperschwelle vor der Röhmschule wird an Menschen erinnert, die an diesem Ort gelebt, gelernt und gearbeitet haben und Opfer von Diskriminierung, nationalsozialistischer Verfolgung und historischen Unrechts wurden. Die Verlegung soll ein sichtbares Zeichen des Erinnerns, des Gedenkens und der Verantwortung für die Zukunft setzen. Die Veranstaltung findet statt am
6. März 2026, um 11:00 Uhr,
an der Grundschule Röhmschule, Moltkestraße 27, 67655 Kaiserslautern.
Am Sonntag, 7. September 2025, verlegte die Stolperstein-Initiative erneut 20 Steine für jüdische Menschen, die einmal in Kaiserslautern gelebt haben.
Bemerkenswert war, dass zu allen fünf Familien Angehörige in großer Zahl gekommen waren, aus Deutschland, England und den USA.
Wir danken allen Besucherinnen und Besuchern für ihre Teilnahme und ihr Wohlwollen für die Sache.
Ein herzliches Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender der Steine und an alle, die durch aktives Tun mit zum Teil schwerem Gerät, aber auch durch bewegende Musik inspirierende Texte und wohlwollende Gesten zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Wie immer betete Herr Katz von der jüdischen Gemeinde das Kaddisch, das jüdische Totengebet, zum Abschluss des Tages.
Sehr geehrte Steinpatinnen und – paten, sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer der Initiative Stolpersteine,
es ist uns eine Ehre, Sie zur neuerlichen Verlegung von Stolpersteinen in Kaiserslautern einladen zu dürfen. Dank der großzügigen ideellen und materiellen Unterstützung vieler können wir am Sonntag, dem 07. September ab 13.15 Uhr für 20 Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus waren und sind, Gedenkplatten in unserer Stadt setzen.
Ihre Namen sollen unvergessen sein.
Zur Verlegung sind Sie herzlich eingeladen. Die Reihenfolge, die Zeiten und die Adressen der Häuser, vor denen die Steine verlegt werden, entnehmen Sie bitte der anhängenden Übersicht.
Dieses Mal wird an das Schicksal von ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern erinnert. Sie alle wurden Opfer, wurden diskriminiert, verfolgt, verhaftet, gequält, zur Zwangsarbeit verpflichtet, ja sogar ermordet. Einigen gelang die Flucht ins rettende Ausland.
Mitglieder der Initiative, die über die Schicksale recherchiert haben, werden Ihnen darüber berichten. Auch Angehörige der Opfer haben ihr Kommen angekündigt. Musiker umrahmen würdig die Feier.
Jede und jeder, die/der unterstützend mitarbeitet, ist uns willkommen. Die Biografien der bisher bedachten Opfer finden Sie nebst weiteren Informationen auf unserer Homepage unter stolpersteine-kl.de. Dort finden Sie bald nach dem Tag der Verlegung auch die Lebensgeschichten zu den neuen Gedenksteinen.
In der Hoffnung auf eine intensive Zeit des Gedenkens und der Begegnung verbleiben wir mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Merkert
für die Initiative Stolpersteine
Steinverlegung 2025 (So. 07.09.2025)
Opfer
Opfergruppe
Verlegeort
Anzahl
Recherche
Zeit
Brück Ludwig (Vater) Anna Maria (Mutter) Alfred Karl (Sohn)
jüdisch
Pariserstr. 154
3
Verena Loersch/Georg Emme
13.15
Allmayer Adolf (Vater) Hermine (Mutter) Inge (Jean) (Tochter) Margot (Margo)(Tochter)
jüdisch
Pirmasenserstr. 9
4
Claudia Scheidt + Michael Wiesheu
14.00
Hirschfeld Richard (Vater) Gertrud (Mutter) Friedrich (Sohn) Ilse (Tochter) Berta Johanna (Tochter) Gerhard (Sohn)
jüdisch
Eisenbahnstr. 4
6
Frau Teichmann-Stolf (Tochter v. Johanna Hirschfeld)
In der Steinstraße 21 wurden um den 13. Mai 2025 herum vier Stolpersteine aus dem Boden gerissen. Sie erinnerten an die Familie Hené. Der Vater Emil und die Mutter Elsa wurden nach Gurs deportiert und dann in Auschwitz ermordet. Ihren beiden Töchtern Irene und Ruth gelang im Alter von 15 und 13 Jahren die Flucht nach Palästina.
Wir sind entsetzt und bedauern zutiefst den Angriff auf die Opfer des Holocaust und sehen darin auch einen antisemitisch motivierten Angriff auf unsere Gedenkkultur.
Wir werden die Steine durch neue ersetzen, um zu verdeutlichen, dass wir mit unserer Erinnerungsarbeit für Respekt, Menschlichkeit und Demokratie eintreten.
Hier ein Beitrag des SWR dazu: Stolpersteine für jüdische Familie aus dem Boden gerissen
Ein Leistungskurs Geschichte des Hohenstaufen-Gymnasiumshat ihre Biographie recherchiert.
Der Leistungskurs Geschichte 13 des Hohenstaufen-Gymnasiums hat 2024 vor seinen letzten Sommerferien in Jahrgangsstufe 12 zusammen mit den Lehrerinnen Birgit Weitz und Beatrix Merkert ein Projekt bearbeitet: die Recherche einer Opferbiographie.
Michael Wiesheu von der Stolperstein-Initiative Kaiserslautern hat in diesem Zusammenhang nicht nur den unverzichtbaren Besuch im Stadtarchiv vorbereitet, sondern den erstmals Recherchierenden unter anderem durch den Hinweis auf hilfreiche Internet-Seiten zielführende Wege zur Biographie-Arbeit aufgezeigt. Er war es auch, der der Gruppe vorschlug, sich mit Ilse Ruth Preis zu beschäftigen, die etwa das Alter der jungen Leute hatte, als sie als eine der ältesten Schülerinnen der jüdischen Sonderklasse der Röhmschule 1938 mit ihren Eltern aus Kaiserslautern vertrieben wurde.
Ihre Geschichte berührt die Schülerinnen und Schüler daher ganz besonders.
Vor dem Ablegen des Abiturs wollte der Kurs die Projektarbeit für sich zu einem vorläufigen Ende bringen. Die Stolpersteine für Ilse Ruth Seitenbach, geborene Preis, und ihre Eltern werden erst im September 2025 verlegt, aber schon am 28. Februar 2025 würdigte der Kurs mit einer Gedenkfeier die heute über 100-jährige, die beim Schauen der Filmaufnahmen von der Veranstaltung in ihrem Zuhause in New York sagte: „Ich bin ein Star.“ Ihre Enkelin Johanna und ihr Enkel Justin mit seiner Familie waren eigens aus Amerika angereist, das ehemalige deutsche Au-pair-Mädchen Anna Krämer aus Heidelberg zur Gedenkstunde gekommen.
Die Tatsache, dass heute, fast über 90 Jahre nach den schrecklichen Geschehnissen, in Deutschland so viele Menschen, und darunter vor allem junge, nämlich die Abiturientinnen und Abiturienten des Leistungskurses Geschichte 13 des Hohenstaufen-Gymnasiums, sich so intensiv mit den Biographien einer Opferfamilie beschäftigten, ging Ilses Angehörigen sichtlich nahe.
Auf dem ersten Foto sind die am 28.02.2025 anwesenden Schülerinnen und Schüler zu sehen, die souverän in Deutsch und Englisch vor vielen Gästen durch das fast einstündige Programm geführt haben.
v.l.n.r. Nils Holz, Charlotte Wunder, Sophie Jacob, Sophie Schneider, Anna Gaedtke, Emil Riedel, Charlotte Seepe. Nicht dabei sein konnten: Leo Klöckner, Marcel Rudel, Nils Schneider. Im Sommer 2024 am Projekt beteiligt waren auch Alexander Schira und Emma Walter, die nach der 12. Jahrgangsstufe die Schule verlassen haben.
Die Sängerin Anna Krämer, ehemals Au-pair-Mädchen bei der Familie Seitenbach, begleitet die Feier mit ihrem Gesang. Die Kinder der Röhmschule hören aufmerksam zu.
Dritter v. links Justin Seitenbach, daneben seine Schwester Johanna, sein ehemaliges Au-pair-Mädchen Anna Krämer und seine Frau Rachel mit dem gemeinsamen Sohn River
Wir gedenken Frau Elli Karlmeier, die am 13. Januar 2025 verstorben ist. Sie hat unsere Stolperstein-Initiative sehr unterstützt, etliche Steinpatenschaften selbst übernommen und sehr dafür in ihrem Bekanntenkreis geworben.
Unser Mitgefühl gilt ihren Kindern und ihren Verwandten in aller Welt.
Am Sonntag, 29. September verlegte die Stolperstein-Initiative Kaiserslautern erneut Stolpersteine für 7 jüdische Opfer und 2 politisch verfolgte Menschen.
Wir bedanken uns bei allen Besucherinnen und Besuchern für die zahlreiche Teilnahme und die Unterstützung und Wertschätzung, die sie dadurch zum Ausdruck brachten.
Ein herzlicher Dank an alle, die Steine gespendet, die die Biografien recherchiert, die die Steine in der Erde verlegt, die organisiert und sich gekümmert haben und an alle, die durch ihre Musik und ausgewählte Texte dem Gedenken einen würdigen Rahmen gegeben haben.
EIN MENSCH IST ERST VERGESSEN, WENN SEIN NAME VERGESSEN IST.
Sehr geehrte Steinpatinnen und -paten, sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer der Initiative Stolpersteine,
es ist uns eine Ehre, Sie zur neuerlichen Verlegung von Stolpersteinen in Kaiserslautern einladen zu dürfen. Dank der großzügigen ideellen und materiellen Unterstützung vieler können wir am Sonntag, dem 29. September ab 10.00 Uhr für 13 Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus waren und sind, Gedenkplatten in unserer Stadt setzen.
Ihre Namen sollen unvergessen sein. Zur Verlegung sind Sie herzlich eingeladen. Die Reihenfolge, die Zeiten und die Adressen der Häuser, vor denen die Steine verlegt werden, entnehmen Sie bitte der anhängenden Übersicht.
Dieses Mal wird an das Schicksal von 11 ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern erinnert und an zwei politisch Verfolgte. Sie alle wurden Opfer, wurden diskriminiert, verfolgt, verhaftet, gequält, ja sogar ermordet. Einigen gelang die Flucht ins rettende Ausland.
Mitglieder der Initiative, die über die Schicksale recherchiert haben, werden Ihnen darüber berichten. Auch Angehörige der Opfer haben ihr Kommen angekündigt. Musiker umrahmen würdig die Feier.
Jede und jeder, die/der unterstützend mitarbeitet, ist uns willkommen.
In der Hoffnung auf eine intensive Zeit des Gedenkens und der Begegnung verbleiben wir mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Merkert
für die Initiative Stolpersteine
Steinverlegung 2024
Opfer
Opfergruppe
Verlegeort
Anzahl
Recherche
Zeit
Dalsheim – Fanny geb. Tuteur (Großmutter) – Friedrich (Vater) – Johanna geb. Oppenheimer (Mutter) – Hans (Sohn) – Karolina (Lilly) (Tante)
jüdisch
Marktstraße 50
5
Michael Wiesheu
10.00 Uhr
Coblenz – Friedrich – Johanna
politisch
Laubstraße 10
2
Michael Wiesheu
10.45 Uhr
Rosenblatt – Ludwig 1895-1942? – Eugenie geb. Kaufmann 1896-1942?